Archiv für die Kategorie: “Wohnen – Kochen – Leben”

Ebbelwoi: Wo wir schonmal im Taunus waren, haben wir auch gleich die Vorräte aufgefüllt. Apfelwein, mit und ohne Alkohol, stilecht eine Flasche Selters für den Sauergespritzten dazu, und auf den Hochstädter Rosé bin ich gespannt.

2014_08_30_Apfelwein_und_Selters

Der alkoholfreie Apfelwein geht problemlos als isotonischer, fast kalorienfreie Durstlöscher durch, vor allem als Schorle, ist dabei aber deutlich preiswerter als die ganzen hochgehypten isotonischen Getränke, wo die Werbung erstmal mit bezahlt werden muss. Gleichzeitig hilft es der Umwelt – kurze Transportwege und lokale Produktion plus Erhalt von Streuobstwiesen, die für viele Tier- und Pflanzenarten ein wichtiger Lebensraum sind.

Auf der Suche nach dem Selterswasser im Laden schlug allerdings der Kulturschock zu. Im Wasser-Regal: Fidji-Wasser. Äh, was bitte?? Das ist jetzt nicht Euer Ernst, oder? Das ist jetzt nicht wirklich was ich denke, das es ist, oder? Vorsichtig das Fläschchen aus dem Regal genommen und die Herkunftsbezeichnung gesucht. Tatsache: Quellort: Fidji. Nur mal zum Rekapitulieren: Wir haben wie viele Mineralquellen in Deutschland? Mit viel Kalzium, mit viel Magnesium, mit wenig Mineralstoffen etc. etc., da sollte doch wohl wirklich für jeden was dabei sein, wenn man nicht nur Kranheimer Leitungsbrunnen trinken möchte. Irgendwann hatte ich das 20 x aufbereitete Rheinwasser auch über und in manchen Gegenden ist das Wasser tatsächlich so weich, dass etwas zusätzliche Mineralisierung durchaus passt. Aber Wasser aus einer grob geschätzt 16.000 km entfernten Quelle??! Ökologischer Blödsinn. Dagegen sah das Wasser direkt daneben im Regal aus der süd-norwegischen Quelle mit schlappen ca. 1.000 km ja schon fast gut aus (ich hoffe, die Ironie ist deutlich). Das im übrigen damit beworben wird, dass so wenig Mineralstoffe enthalten sind, dass es schon fast nicht mehr als Mineralwasser klassifiziert werden darf. Häh? Ich verlinke diese beiden Wässer jetzt übrigens mit Absicht nicht, wer sie ansehen möchte, wird sie unter “Wasser Fidji” und “Wasser Norwegen” problemlos finden.

Wenn ich dran denke, dass ich schon ewig Volvic nur im Notfall kaufe, weil das aus der Auvergne ca. 650 km hierher transportiert werden muss und ich diverse deutlich nähere Eifelquellen zur Verfügung habe, wenn ich vulkanisch gefiltertes Mineralwasser haben möchte… Den Preis der beiden Edel-Wässer habe ich dann übrigens gar nicht mehr angesehen. Wollte gar nicht wissen, was manche Leute bereit sind, für Marketing zu zahlen.

Und dann noch ein anderes feines Stöffsche: karierter Wollstoff, auf dem Mittelaltermarkt in Hadamar erstanden.

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Das soll eine gallische Tunika werden, ganz ähnlich der bei Les Martres de Veyre, in Frankreich nahe Clermont-Ferrand in der Auvergne. Im Winter. Da hab ich ja Zeit – mwahahahahahah!

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… springen mir doch die Worte “ohne Fruchtstückchen” auf der Joghurt-Packung ins Auge.

Ich esse sowieso keinen Fruchtjoghurt weil die Kombi Obst + Milchprodukte mir nicht schmeckt und ich mein Obst ausserdem lieber ohne Extra-Zucker geniesse aber da hab ich doch nochmal genau hingesehen. Weil, ohne Zusatz von diversen Dingen ist ja durchaus ein Verkaufsargument bei Aromen, Konservierungsmitteln und anderem was manche Leute nicht vertragen, aber Früchte? Dachte, ich hätte mich verlesen.

Aber nein, gross, rot und fett die Worte: “ohne Fruchtstückchen”. Darüber etwas kleiner: “mit Fruchtpüree”

War jetzt auch keine Billigmarke. Also nur, um das nochmal auf der Zunge zergehen zu lassen. Da möchte ein Hersteller mir erzählen, dass er mir ein hochwertigeres Produkt verkauft wenn keine Obststücke drin sind, sondern ausschliesslich zermatschte Früchte mit Zucker versetzt? Und das ist ein Verkaufsargument? O tempora o mores…

Und es ist kein Einzelfall: Ein Konfitürenhersteller, der in meiner Kindheit noch mit dem Slogan warb: “Mit echten Fruchtstückchen!” wirbt heute – Ihr ahnt sicher, was jetzt kommt – mit samtiger Konsistenz ganz ohne irgendwelche Stückchen oder Kerne bei Beerenfrüchten.

Woher kommt eigentlich dieser Trend zum pürierten, leicht und mühelos schluckbarem Essen her, den ich in den letzten Jahren allseits bemerke? Spontan fallen mir Smoothies (püriertes Obst und Gemüse), die Marmelade ohne Stückchen sowie jetzt der Fruchtjoghurt ohne Stückchen ein und dann gibts bestimmt noch vieles, das ich gar nicht mitbekommen habe, nicht mitbekommen wollte in der Richtung.

Wollen die Leute denn Babykost? Sich zurück fallen lassen in eine Zeit, wo das Leben einfach war (hoffentlich), man sich einfach nur zurücklehnen musste und einem breiige weiche nahrhafte Pampe in den Mund gestopft wurde, die man ohne eigene Anstrengung einfach nur schlucken konnte? Ja, ich weiss, dass Babies und Kleinkinder füttern nicht immer so einfach ist, aber nie ist Essen müheloser möglich als zu dieser Lebensphase.

Oder ist unsere Gesundheitswesen doch noch weiter abgestürzt als ich dachte und es gibt immer mehr zahnlose Menschen, die nicht mehr kauen können und deswegen püriertes Essen benötigen? Ist mir im Strassenbild bisher nicht aufgefallen, aber vielleicht sind das ja auch all die Menschen, die ich  mit zugekniffenem Mund im ÖPNV sichte, weil sie sich mangels Zahngesundheit nicht mehr trauen, zu lächeln.

Ist dieser Trend evtl. Anzeichen einer Haltung a la: Wir schlucken alles, solange es nur wenig Widerstand bietet?

Und, gibts demnächst püriertes Steak zu kaufen? ;-) Wäre doch ein weites Feld für die Marketing-Experten.

Auf einer ernährungsphysiologischen Ebene möchte ich noch erwähnen, dass Kauen den Essensprozess verlangsamt, damit früher zu einem Sättigungsgefühl führt und man sich gar nicht so grosse Mengen reinziehen kann wie mit püriertem Essen. Ob das evtl. auch was mit der steigenden Tendenz zu Übergewicht in unserer Gesellschaft zu tun hat? Oder, wie ich mal gelesen habe, wer Zähne hat, will kauen!

Bin gespannt auf Eure Kommentare.

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*please scroll down for English – and get out the sunglasses BEFORE you get to the photos*

Achtung: Sonnenbrille auf ehe die Bilder kommen!

Endlich mal wieder ein Projekt, ein fertiges (!) Projekt sogar :-)

Nachdem diese Wolle von Zitron fast zwei Jahre in meinem Stash rumgedümpelt ist, hat sie endlich ein Projekt gefunden: Las Vegas Socken. Die Farbe wurde von Zitron tatsächlich so genannt und ich glaube nicht, dass es einen passenderen Namen dafür gibt. Offenbar war diese Farbe als Sonderfärbung nur kurzzeitig zu kaufen. Gerüchten zufolge handelte es sich sogar um eine Fehlfärbung, nun ja, ob letzteres der Fall ist, kann mal jeder selbst entscheiden. Welcher Hersteller würde denn schon so ein leuchtendes Garn… ;-)

Auf alle Fälle sind sie quer gestrickt – nach dem x-ten Paar toe up oder top down freut man sich über ausgefallene Konstruktionen.

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Mit ganz vielen Mini-Knöpfchen, die hier auf einer unechten “Knopfleiste” sitzen, will heissen, sie sind nicht funktional sondern einfach nur aufgenäht. Wenn ich solche Socken nochmal stricke, mache ich aber Knopflöcher. Die sind wahrscheinlich schneller und einfacher gestrickt als die Fummelei, um die Knöpfchen gleichmässig zu verteilen.

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Zitron wollte wohl sichergehen, dass die Farbe WIRKLICH leuchtet und hat es mit der Farbmenge mehr als gut gemeint. Die fertigen Socken sind beim Waschen sowas von ausgeblutet.

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Und am Fuss:

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Tragen sich prima und rutschen nicht. :-) Für die nächsten Socken würde ich aber die Knopfleiste um 30 Grad nach vorne versetzen. Und vielleicht ein Zopfmuster oder ähnliches einbauen. In schwarz sehen sie bestimmt auch sehr elegant aus.

Und ich hoffe, damit ist mein knitting mojo wieder zurück, nach einer langen langen Pause.

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Finally, a project, a finished project at that!  :-)

This yarn from Zitron was lounging around in my stash for almost two years. At last, it has found its projec: The Las Vegas Socks. The color was indeed sold by the manufacturer under that name and I cannot imagine a more fitting name for it. It seems, this color was a special batch and only available for a short time. I even found a rumor that it was a batch gone wrong. If that rings of truth, everyone has to decide for herself. Can you imagine any manufacturer producing such a vibrant color on purpose… ;-)

Anyway, they are knitted at a right angle. After lots of socks toe up or top down I was craving a fancy design. With lots of small buttons, which are sewn onto a fake button band, so they are not functional. Should I knit something like this again, I will knit real button holes because they are probably quicker and easier to make than trying to space the buttons evenly when sewing them on.

Zitron obviously wanted to make very sure that the color really stands out and used lots of dye. The socks bled a lot when I gave them a wash.

Last picture is on the foot – they feel very cozy and stay up. For another project I would rotate the button band forward by about 30 degrees. Maybe add a braid or something. They sure would look elegant in black.

And I hope, my knitting mojo is back with these socks. That was a really long break it took.

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Dieser Jahresauftakt ist eher wechselhafter April, statt Januar/Februar. In der Reihenfolge der Aufnahme, ein paar Fotos.

This year so far feels more like changeable April instead of January or February. Photos are shown in the sequence they were taken.

November? – Nee, Januar. / November? No, that’ s January.

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Hasel im Frühjahrsrausch / Hazel Feels Like Springtime

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Die Hyazinthe zieht nach – aber die steht im Warmen drin /

Hyacinths draw level – but they are indoors where it is warm

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Und die Birke im Sonnenschein… / The birch in the sunshine…

2014_02_09_Birke_Himmel

Trotz eisekaltem Nieselregen, Schneeglöckchen und Hasel halten sich wacker /

Hazel and snowdrops valiantly brave the icy drizzle

2014_02_Schneeglöckchen

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*please scroll down for English*

Nachdem das letzte Jahr strick-kreativ-mässig ziemlich unterbelichtet war, hier das Dezemberprojekt, entstanden aus purer Verzweiflung ob des Kreativitätsblocks und in der Hoffnung, diesen damit zu durchbrechen und zu entstauben:

Flamingofarbenes Wischtuch aus doppeltem Baumwollgarn

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Und jetzt auf zum Saubermachen.

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Last year was rather unimpressive, knit-project-wise. So I did this project in December. The idea was born out of pure despair and in hope of breaking and dedusting the creativity block:

Flamingo Colored Duster made from dishcloth cotton taken double.

Now off to cleaning my life.

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